PRESSE

Berichte über die Aktion "Freie machen frei" am 14.02.08

Freie des NDR machen frei (taz vom 13. Februar 2008):

"Feste freie Mitarbeiter, die einen Großteil des Programms machen und teuer mit Gebührengeldern ausgebildet wurden, werden dann einfach ausgetauscht..."

Marmor: "Das NDR-Modell ist während der 15 Jahre allerdings "das großzügigste in der ARD. "

Feste freie NDR-Mitarbeiter protestieren mit Aktionstag (Welt vom 14.02.08) :

"Der NDR erklärte, er habe Verständnis für die Anliegen der freien Mitarbeiter, jedoch gebe es arbeitsrechtlich kaum Spielräume."

Protest gegen Verträge: 300 freie Mitarbeiter des NDR machen heute ...

(Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag vom 14.02.08):

"Eine andere Mitarbeiterin formuliert es drastischer: "Du opferst dem Sender die 15 besten Jahre deines Arbeitslebens. Und mit Mitte 40 gehörst du zum alten Eisen und stehst vor dem beruflichen Nichts."

Auszug aus einem Leserbrief:

(...)" es geht auch um die Gebührenzahler, die jedes Jahr rund 7 Milliarden Euro bezahlen für die öffentlich-rechtlichen Programme. Im Norden finanzieren wir alle (auch die Mitarbeiter übrigens!) den NDR. Dieses Geld wird eingesetzt, um auch die freien Journalisten gut auszubilden. Volontariate, Seminare, Schulungen werden davon bezahlt und die sind nicht billig. All dieses investierte Geld wird zum fenster rausgeblasen, wenn man ohne ersichtlichen Grund anschliessend die gut ausgebildeten Fachleute (besonders in der regionalen Berichterstattung) einfach vor die Tür setzt. Keine große Firma würde sich diesen Luxus leisten (...). Hinzu kommt, dass nicht eine einzige andere öffentlich-rechtliche Anstalt eine NDR-ähnliche Praxis betreibt. Es geht also sehr wohl anders, OHNE Festanstellungsrisiko, OHNE höhere Kosten und OHNE zu wenig Abwechslung im Programm oder schlechtere Qualität. " (...)

Sie wollen doch nur arbeiten (Frankfurter Rundschau vom 14.02.08):

"Die Betroffenen bangen um ihre Existenz. "Der Norden ist groß", sagt einer, der seine Sperrzeit "aussitzt". Weil der NDR mit Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gleich vier Bundesländer abdeckt und Privatradios kaum noch längere Berichte senden, bleibt vielen nur die Flucht aus dem Sendegebiet."

Aufstand der Freien (Mopo vom 14.02.08):

"Für den heutigen Donnerstag geplante Konferenzen wurden abgesagt, Planungstreffen entfallen, Moderatoren müssen ersetzt werden. Viele Radioreporter können nicht eingesetzt, Nachrichtenschichten nicht besetzt werden. Das alles habe Auswirkungen auf Sendungen wie "Zapp", "Panorama", "Visite" oder "Markt". Selbst beim Satire-Magazin "Extra 3" ist Schluss mit lustig. "

Freie NDR-Mitarbeiter protestieren (Abendblatt vom 14.02.08)

Das Pizzateig-Prinzip (15.2.08 Hannoversche Allgemeine Zeitung ,Fuldaer Zeitung und etwa 10 weitere Zeitungen

Freie NDR-Mitarbeiter protestieren (Kieler Nachrichten vom 14.2.08)

Feste freie NDR-Mitarbeiter protestieren (Lübecker Nachrichten vom 14.2-07)

NDR-Freie protestieren gegen Beschäftigungspolitik des Senders (mv-regio vom 14.02.08)

Aufstand der Tagelöhner ( Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 15.02.2008, Seite 7):

"(...) Den Sender hat das durchaus in Schwierigkeiten gebracht. Es sind vor allem die Freien, die das Programm mit Inhalt füllen. Fest angestellte Redakteure, die sonst vor allem mit Planung beschäftigt sind, mussten Sonderschichten fahren, um den Betrieb aufrecht zu halten.(...) Die Empfehlung, zur Absicherung des Einkommens auch nach der maximalen Beschäftigungszeit ein „zweites Standbein“ zu suchen, erscheint vielen Freien wie Hohn. Der NDR hat im Norden ein Quasi-Monopol, bei Privatsendern dürfen die Freien nicht arbeiten. Ebenso wenig nach Ablauf der Rahmenvertragszeit bei unabhängigen Produktionsgesellschaften, die den NDR beliefern. Im engen Markt für Printjournalisten kommen sie nur schwer unter. (...)"

Frisches Fleisch ( Süddeutsche Zeitung vom 15.02.2008, Seite 17

Die Freien im Norden ( Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.02.2008, Seite 40):

"(...) Was die Freien in Rage versetzt, ist der Umstand, dass nicht nur ihre Zeit beim NDR vorbei oder zumindest für längere Zeit unterbrochen ist - nach der sie zu Anfängerkonditionen wieder anfangen müssen. Sie finden auch bei vielen Produktionsfirmen im Norden keine Arbeit - bei denen nämlich, die vor allem für den NDR produzieren. Ihnen sei, heißt es, bei einer Tagung in Lüneburg am 15. Oktober 2005 erklärt worden, es sei nicht ratsam, ehemalige "Rahmenverträgler" des NDR zu beschäftigen. Denn die würden so schließlich "verdeckt" für den Sender weiterarbeiten. Wo aber sollen die Freien im Norden ihr Auskommen finden, wenn nicht beim NDR und bei den Produzenten in Norddeutschland? (...)"

Sendepause - Freie NDR-Mitarbeiter nehmen sich einen Tag frei (Welt vom 15.2.08):

"Wir sind steigerungsfähig." Wenn das Problem nicht gelöst werde, könne man auch mehrere Tage der Arbeit fern bleiben."

NDR-Mitarbeiter protestieren ( Nordkurier vom 15.02.2008, Seite 1)

Gegen Beschäftigungssperre (14.02.08 und 15.02.08) sämtliche Zeitungen des Nordclick-Verbands in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern)

Freie protestieren gegen Beschäftigungspolitik des NDR (Neue Presse Hannover vom 14.2.08)

Freie NDR-Mitarbeiter protestieren (Neue Osnabrücker Zeitung vom 14.02.08)

NDR-Freie protestieren gegen Arbeitssperre (Abendblatt vom 15.02.08)

NDR-Freie protestieren (Ostseezeitung 15.2.08):

"(...) Nach Auslaufen des Vertrages ist die Verdienstmöglichkeit begrenzt. Die Sprecherin für Mecklenburg- Vorpommern, Kathrin Valtin, sagte, im Gegensatz etwa zu Hamburg sei die Medienlandschaft im Nordosten so dürftig, dass kein zweites Standbein zu finden sei. Mancher Freie nehme einen Teilzeitjob als Pressesprecher an, was zu Interessenkonflikten führen könne."

http://www3.ndr.de/forum/display/0,3144,0_384-116914-0-1,00.html (NDR):

Forum: "Als freier Journalist beim NDR hat man eine begrenzte Haltbarkeit: Maximal 15 Jahre. Bei den meisten endet der Rahmenvertrag aber schon nach 6 bis 10 Jahren. Durch diese Regelung will der NDR vorgeblich Klagen auf Festanstellung verhindern.

Viele Kollegen mussten den Sender bereits verlassen, bei anderen endet der Vertrag in den nächsten Wochen oder Monaten. Dadurch gehen dem NDR regelmäßig erfahrene Mitarbeiter verloren. Uns wird praktisch die Möglichkeit verbaut, weiter öffentlich-rechtlich zu arbeiten – und das gleich in vier Bundesländern. "

http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4585270_REF2488,00.html (NDR Zapp):

(...) Revolution in Orange - da war doch mal was - weit weg in der Ukraine. Doch morgen kehrt sie zurück, zumindest ein bisschen, beim NDR. Viele freie Mitarbeiter wollen protestieren, wollen keine Beträge produzieren, kein Programm machen. Nein, sie wollen nicht mehr Geld, sie wollen auch keine 37 Stunden Woche, sie kämpfen auch nicht gegen miese Arbeitsbedingungen. Sie wollen eine Perspektive. "

http://www.extra3-fanclub.de/

streikte solidarisch am 14.02.08 - die Seite erschien in orange

«Wir sind dann mal weg...» yahoo 14.02.08

http://www.satundkabel.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=32416&mode=thread&order=0&thold=0

http://www.radioforen.de/showthread.php?t=33784:

(...) "Der Gebührenzahler sollte noch einen Schritt weiter denken: Nachdem er mit seinen GEZ-Gebühren die freien Mitarbeiter über mehrere Jahre finanziert und gut ausgebildet hat, "entsorgt" der NDR sie wiederum auf Kosten der Allgemeinheit: sie erhalten ca. ein Jahr ein Übergangsgeld vom NDR (= GEZ-Gebühren) und zusätzlich Arbeitslosengeld (zahlen auch die beruftstätigen Gebührenzahler ein). "

Freie protestieren... in ad-hoc-news

NDR-Journalisten protestieren (in w+v, werben und verkaufen)

http://www.schreibblog.eu/index.php?/archives/164-NDR-JournalistInnen-im-Streik.html:

"(...)Danach werden sie ein Jahr komplett gesperrt und dürfen danach nur noch bis zu einer Jahreseinkommensgrenze von 18.000 Euro für den NDR arbeiten. Damit arbeiten viele NDR-Freie mit fortgeschrittenem Alter und Erfahrung wieder auf dem oder sogar unter dem Niveau, mit dem sie ihre journalistische Karriere einst angefangen hatten, während langjährige Festangestellte sich im Rahmen absoluter sozialer Absicherung weiter steigern. Paradox – denn beim NDR arbeiten rund 880 feste Freie, die damit täglich über die Hälfte der Stunden an Programm gestalten, und zwar in allem von Kamera und Schnitt über Redaktion bis hin zu Moderation; freie JournalistInnen sind beim NDR praktisch überall eingesetzt und durchaus mit den gleichen oder sogar höheren Verantwortlichkeiten wie RedakteurInnen (...). Wie die meisten Rundfunkanstalten und Verlagshäuser ist auch der NDR bereits vor etlichen Jahren dazu übergegangen, VolontärInnen nicht fest anzustellen, sondern sie über freie Mitarbeit weiterzubeschäftigen – obwohl der NDR von allen ARD-Anstalten eine der aufwändigsten, größten und damit auch teuersten Volontärsausbildungen unterhält. (...)"

XING: Zum Thema freie Mitarbeiter protestieren:

"Ich bin ein Anhänger des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens, aber die Anstaltshierarchen machen es einem mit solchen Personal- und vielen Programmentscheidungen nicht immer leicht, diese Haltung zu bewahren."

http://www.fernsehlexikon.de/blog/extra-frei:

(...)"Beim NDR ist das nämlich so: Freie Mitarbeiter werden nach etwa zehn Jahren vor die Tür gesetzt. Grundsätzlich. Die konkrete Zahl der Beschäftigungsjahre kann in beide Richtungen geringfügig abweichen, aber die Tatsache bleibt: Unabhängig von der Leistung oder davon, ob es zu Verfehlungen gekommen ist oder nicht, fliegt ein Freier nach einer bestimmten Zeit raus." (...) "Wie dumm diese Regelung aus programmstrategischer Sicht ist, zeigte sich in den vergangenen Jahren wiederholt, als gleichzeitig mehrere populäre Hörfunkmoderatoren, die über die Jahre eine Fangemeinde gewonnen hatten, vor die Tür gesetzt wurden und die Sender damit gleich mehrere ihrer wiedererkennbaren Stars, ihrer Programmmarken, auf einmal verloren. Nicht nur das, sondern auch die Beschaffung adäquaten Ersatzes stellt ein Problem dar (...)"

"Die freien programmgestaltenden NDR-Mitarbeiter können sich nicht einklagen.Siehe http://www.freie-im-norden.de/recht003.html
zur aktuellen Rechtslage.
Es handelt sich eher um reine Betriebspolitik. Zum Schaden des Programms, denn selbst preisgekrönte Freie müssen den Sender verlassen."

Kooptech Blog: Mein Papi ist fester Freier beim NDR

http://redblog.twoday.net/stories/4705921/

http://www.digitalfernsehen.de/news/news_259705.html

Handelsblatt Blog:Passierschein A38 für das NDR-Funkhaus:

(...)" Dahinter steckt die Angst der Sender, die Mitarbeiter könnten sich einklagen. Wie realistisch dies ist und wie oft es vorkommt - das weiß eigentlich keiner so genau, berichteten die Betroffenen. Sicher aber ist: Es ist nicht nur ein kompliziertes System, es ist auch ein verlogenes.

Denn offensichtlich brauchen die Sender ja die Mitarbeiter. Und sie hätten das Geld, diese zu bezahlen, wenn vernünftig mit Etats umgegangen würde. Und wenn ein Sender Angst hat, seinen Schwung zu verlieren, weil Mitarbeiter zu lange an einer Stelle verharren, so ist dies vor allem eines: das Eingeständnis, kein fähiges Führungspersonal zu besitzen.

Den Mangel an Management dürfen dann die freien Journalisten ausbaden. Und die Zuschauer natürlich, denn dieses nervenheilanstaltige Kuddelmuddel tut der Qualität nicht gut. " (...)

(...) " Diese Regelung gilt seit Anfang der siebziger Jahre, als es – wenn ich mich recht erinnere, beim WDR – einem Mitarbeiter gelang, die Festanstellung einzuklagen. Von da an wurde innerhalb der ARD blockiert. Selbstverständlich aus Kostengründen. Und aus diesen Gründen werden die meisten Beiträge ja auch «außer Haus» gegeben. So werden keine Sozialabgaben etc. geleistet."

Blog Medienwissenschaft

Wo die Freiheit endet (Blog)

Nach 15 Jahren ist für freie Mitarbeiter Schluss (Braunschweiger Zeitung, Salzgitter Zeitung, Wolfsburger Nachrichten):

"(...)Für geradezu absurd hält es Kreider, dass der Sender bei der regelmäßigen Erneuerung seiner freien Belegschaft mit einem programmlichen Abwechslungsbedürfnis argumentiere.(...)"

NDR setzt Mitarbeiter unter Druck (Augsblog)

"(...)Ein öffentlich-rechtlicher Sender, der mit Zwangsgebühren von uns allen (...)  finanziert wird, verhindert also nicht nur, dass sich seine Mitarbeiter eine normale, sichere berufliche Existenz aufbauen können; er setzt die Betroffenen offensichtlich auch unter Druck, wenn sich diese gegen die üblen Sitten wehren wollen. Und wir zahlen diese Methoden auch noch.(...)"

Journalistenverband kritisiert NDR (Augsblog)

„Ohne die Freien müsste der NDR sein Programmangebot erheblich einschränken. Das sollten die Verantwortlichen im Sender endlich begreifen.“

NDR benachteiligt Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (HH-heute)

"(...) Farid Müller, medienpolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion, unterstützt die freien Mitarbeiter: „Der NDR muss sich an den geltenden Tarifvertrag halten. Die Beschäftigten werden benachteiligt. (...)"

Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden benachteiligt (website Farid Müller MdHB)

"(...)Der Sender verlängert die Verträge der freien Mitarbeiter nach acht, beziehungsweise 15 Jahren, nicht mehr. Beide Verfahrensweisen entsprechen nicht den Bestimmungen des ausgehandelten Tarifvertrags.(...)"

Bitte auch beachten :

• Videonews: Slide-Show und Interview zum Thema "Freie machen frei" (Radio Jade)

• Chronik 14.02.08

• Schuld hat: das Arbeitsrecht? Und die Gewerkschaften? Reaktion von ver.di auf die NDR-Pressemitteilung

• NDR-Pressemitteilung am 14.02.08

• Ver.di: NDR-Freie machen am Valentinstag Druck für bessere Beschäftigungsbedingungen

• DJV-Pressemitteilung zu NDR-Freien